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Polybuten-1 | Rohrleitungsleistung

Polybuten-1 erfüllt die Anforderungen des Marktes für Rohrleitungen für heißes und kaltes Druckwasser mit der richtigen Ausgewogenheit an Eigenschaften, zu denen eine ausgezeichnete Flexibilität und hohe Widerstandsfähigkeit unter dauerhafter Spannung über einen langen Zeitraum und bei hohen Temperaturen gehören. PB-1-Rohrleitungssysteme lassen sich dadurch leicht verarbeiten und kostengünstig installieren und ermöglichen ein ausgezeichnetes Langzeitverhalten für Rohrleitungsanwendungen für Gewerbe-, Wohn- und Industriebereiche.
 

Weitere Informationen

Flexibilität

Flexibilität ist ein Vorteil, der von vielen Kunststoffen im Vergleich zu Metall geboten wird. Dennoch fällt die Wahl eindeutig auf Polybuten-1, wie in der folgenden Tabelle gezeigt wird, in der typische Biegemodulwerte verschiedener Polyolefin-Rohrmaterialien verglichen werden.
 

  PB-1 PE-X PE-RT PP-R PVC-C
Biegemodul (MPa)
Methode ISO 178
450 600 550-650 800 3500
(PE-RT – Polyethylen mit höherer Temperaturbeständigkeit)

Die Vorteile der Flexibilität während der Installation und des Einsatzes von Polybuten-1-Rohrleitungssystemen werden auf dieser Website ausführlich beschrieben. Je leichter ein Rohr vor Ort und unter beengten Verhältnissen eingesetzt werden kann, desto kürzer die Installationszeit.

Diesbezüglich sind die Leichtigkeit, mit der Verkabelungen durch Bohrungen geleitet und durch enge Bereiche gedreht werden können, gemeinsam mit langen Leitungsführungen und der daraus resultierenden Verringerung der erforderlichen Armaturen Faktoren, die die Installationsgeschwindigkeit steigern und so die Arbeitskosten verringern.

Obwohl Polybuten-1-Rohrleitungen leicht zu biegen sind, ist darauf zu achten, diese nicht so weit zu biegen, dass sie knicken. So wird ein Mindestbiegeradius vom 8-Fachen des Rohrdurchmessers empfohlen.

Die Abbildung (oben rechts) zeigt die empfohlenen Mindestbiegeradien für verschiedene Polybuten-1-Rohrdurchmesser.

 


Langfristige Berstleistung

Die Widerstandsfähigkeit von Rohrleitungen gegen Verformung und Bersten wird durch Tests nach nationalen und internationalen Normen ermittelt. Die Testergebnisse werden dann zur Berechnung der maximal zulässigen Umfangsspannung für den Warmwassertransport verwendet, nach festgelegten Bedingungen, die als Temperaturklassen bezeichnet werden.

Diese Temperaturklassen werden erstellt, um den voraussichtlichen Querschnitt der Betriebsbedingungen für einen Zeitraum von 50 Stunden für verschiedene Anwendungen für die Wärme- und Wasserversorgung wiederzugeben. Die international anerkannten Temperaturklassen sind in der ISO-Norm 10508 festgelegt und in anderen Systemnormen für Kunststoffrohrleitungssysteme wird auf sie Bezug genommen.
 

Klassifizierung der Betriebsbedingungen für einen 50-Stunden-Zeitraum  |  CEN/ISO-Klassen  |  Betriebsbedingungen
Klasse Anwendung Normal Maximum Fehlfunktion
  Temp (°C) Time (Jahre) Temp (°C) Time (Jahre) Temp (°C) Time (Jahre)
1 Warmwasserzufuhr @ 60°C 60 49 80 1 95 100
2 Warmwasserzufuhr @ 70°C 70 49 80 1 95 100
4 Fußbodenheizung
Niedertemperatur- Heizungssysteme
40 20 70 2.5 100 100
60 25
5 Hochtemperatur- Heizungssysteme 60 25 80 1 100 100
80 10

Durch die Anwendung standardisierter Abmessungskriterien ist es möglich, die maximal zulässige Umfangsspannung von konkurrenzfähigen Polyolefinrohren für diese Temperaturklassen wie folgt zu berechnen:
 

Maximal zulässige Umfangsspannung (MPa) (Bemessungsspannung) von Polyolefinrohren für den Warmwassertransport
  PB-1 PE-X PE-RT PP-R
Temperaturklasse Polybuten-1
(ISO 15876-2)
Vernetztes Polyethylen
(ISO 15875-2)
Polyethylen mit höherer Temperaturbeständigkeit
(ISO 22391-2)
Polypropylen
Statistisches Polypropylen-Copolymer
(ISO 15874-2)
1 (HWS 60°C) 5.73 3.85 3.30 3.09
2 (HWS 70°C) 5.06 3.54 2.70 2.13
4 (UFH and Niedertemperatur-Heizkörper) 5.46 4.00 3.26 3.30
5 (Hochtemperatur-Heizkörper) 4.31 3.24 2.4 1.90

Diese Berechnungen zeigen, dass die erforderliche Wanddicke von Polybuten-1-Rohren geringer sein kann als die Wanddicke anderer potenzieller Materialien, die eine entsprechende Belastbarkeit aufweisen müssen. Jedoch ist die Berechnung der Wanddicke von weiteren standardisierten Anforderungen abhängig, sodass alle Polyolefin-Rohre mit Rohrdurchmessern von weniger als 16 mm eine Norm für eine festgelegte Mindestdicke erfüllen müssen, die für ein bestimmtes Material definiert wurde. Demnach führt der Leistungsvorteil von Polybuten-1-Rohrleitungen zu einem Anstieg des Bemessungsfaktors um +35 % im Vergleich zu vernetztem Polyethylen und um +50 % verglichen mit PE-RT, statt zu entsprechenden Materialeinsparungen.

Der Leistungsvorteil von Polybuten-1 bietet einen Anstieg des Bemessungsfaktors um +35 % im Vergleich zu vernetztem Polyethylen und um +50 % verglichen mit Polyethylen-RT.

Für Rohrdurchmesser von mehr als 16 mm ist es jedoch zulässig, Rohrwanddicken nach standardisierten Leistungskriterien zu berechnen. Dabei werden die Vorteile durch die Verwendung von Polybuten-1 hinsichtlich des geringeren Gewichts des Rohrs und folglich des geringeren Verbrauchs an Rohmaterial und niedrigeren Kosten deutlich.

Die folgende Tabelle zeigt die Vorteile durch die Verwendung von Polybuten-1 im Vergleich zu konkurrenzfähigen Materialien in einem Rohr mit einem 40-mm-Durchmesser und einer voraussichtlichen Lebensdauer von 50 Jahren bei einer dauerhaften Betriebstemperatur von 70 °C, einschließlich Bemessungsfaktoren.
 

50 Jahre Einsatzdauer (70 °C-Linie), einschließlich Sicherheitsfaktor
  PB-1 PE-X PP-R PVC-C  
Rohrabmessungen 40 mm Außendurchmesser × Dicke 3.7 5.5 6.7/8.0 4.5 mm
ID (Innendurchmesser) 32.6 29.0 26.6/24.0 31.0 mm
Rohrinnenoberfläche 834 660 555/462 754 mm²
Druckauslegung PN 16 PN 20 PN 20 / PN 25 PN 25  
Strömungsgeschwindigkeit bei V  = 2.0 l/s 2.4 3.0 3.6/4.4 2.7  
Druckverlust  V = 2.0 l/s 18.4 32.5 49.5/81.3
(SVGW/DVGW)
23.6  
Lineares Rohrgewichtsverhältnis 1 1.44 1.66 1.57  

Druckfestigkeit

Leistungsfähigkeit von Warm- und Kaltwasser-Druckrohrleitungen

Mit seiner hohen Kriechbeständigkeit über einen großen Temperaturbereich und der geringen Wärmeausdehnung passt sich Polybuten-1 gut den Industrieanforderungen für Druckrohrleitungen an, die in Warm- und Kaltwassersystemen für Wohn-, Gewerbe-, und Industriebereiche verwendet werden.

Die interne Druckfestigkeit von Polybuten-1-Rohrleitungen wird in der ISO-Norm 12230 – Polybuten (PB)-Rohre – aufgeführt: Einfluss von Zeit und Temperatur auf die zu erwartende Festigkeit. Dies enthält den Bewertungsmaßstab zur Einschätzung der Eignung von allen Polybuten-1-Materialien.

Dieser Maßstab ermöglicht eine grafische Darstellung der Referenzlinien (rechts) und eine Tabelle der Umfangsspannungswerte (unten), die zusammen die Akzeptanzkriterien, die in weiteren Maßstäben festgelegt werden, ausmachen.
 

Zu erwartende Ringsteifigkeitswerte

Temperatur (°C) Zeit (Jahre) Zu erwartende Festigkeit (MPa)
20 1
5
10
25
50
100
14.5
14.3
14.2
13.9
13.6
13.4
30 1
5
10
25
50
100
13.6
13.5
13.2
12.9
12.6
12.4
40 1
5
10
25
50
100
12.7
12.4
12.1
11.8
11.5
11.2
50 1
5
10
25
50
100
11.7
11.2
10.9
10.6
10.3
10.0
60 1
5
10
25
50
10.6
9.9
9.6
9.2
9.0
70 1
5
10
25
50
9.2
8.5
8.2
7.8
7.6
80 1
5
10
18
(25)
7.6
6.9
6.7
6.,4
(6.3)
90 1
4
6
(10)
(15)
6
5,4
5,2
(5)
(4,9)
95 1
4
(6)
(10)
5
4.5
(4.4)
(4.2)

Die ISO-Norm 10508 – Rohre und Armaturen aus Thermoplasten für Warm- und Kaltwassersysteme – definiert zusammen mit ISO 12230 die Leistungsanforderungen in den Anwendungsbereichen, für die Polybuten-1-Rohrleitungen verwendet werden können, wobei die folgenden „Klassifizierungen der Betriebsbedingungen“ gelten. ISO 10508 Anwendungsklassen von thermoplastischen Rohren.
 

Klassifizierung der Betriebsbedingungen für eine Dauer von 50 Jahren  |  CEN/ISO-Klassen  |  Betriebsbedingungen
Klasse Anwendung Normal Maximum Fehlfunktion
  Temp (°C) Time (Jahre) Temp (°C) Time (Jahre) Temp (°C) Time (Jahre)
1 Warmwasserzufuhr @ 60°C 60 49 80 1 95 100
2 Warmwasserzufuhr @ 70°C 70 49 80 1 95 100
4 Fußbodenheizung
Niedertemperatur- Heizungssysteme
40 20 70 2.5 100 100
60 25
5 Hochtemperatur- Heizungssysteme 60 25 80 1 100 100
80 10


Rohrgrößenbestimmung für Polybuten-1

Klass S Value* S.D.R. (standard dimension ratio)
1 & 2 5 11
3 6.3 13.6
4 5 11
5 4 9

Betriebsbedingungen

Die am häufigsten verwendete Norm zur Bestimmung der Einhaltung der Leistungsfähigkeit von Polybuten-1-Güteklassen (mit Verweis auf ISO-Norm 12230) ist die ISO-Norm 9080 (EN): Kunststoff-Rohrleitungs- und Kanalsysteme – Bestimmung der langfristigen hydrostatischen Festigkeit von thermoplastischen Rohrmaterialien durch Extrapolation.

Dieses genormte Verfahren wird üblicherweise von akkreditierten, unabhängigen Prüfstellen für Rohre durchgeführt, um die Leistungsfähigkeit aller thermoplastischen Rohrmaterialien für Warm- und Kaltwasseranwendungen zu überprüfen.

Die ISO-Norm 10508 – Rohre und Armaturen aus Thermoplasten für Warm- und Kaltwassersysteme – definiert zusammen mit ISO 12230 die Leistungsanforderungen in den Anwendungsbereichen, für die Polybuten-1-Rohrleitungen verwendet werden können, wobei die folgenden „Klassifizierungen der Betriebsbedingungen“ gelten. ISO 10508 Anwendungsklassen von thermoplastischen Rohren.
 

Klassifizierung der Betriebsbedingungen für eine Dauer von 50 Jahren | CEN/ISO-Klassen | Betriebsbedingungen
Klass Anwendund Normal Maximum Fehlfunktion
  Temp (°C) Time (Jahre) Temp (°C) Time (Jahre) Temp (°C) Time (Jahre)
1 Warmwasserzufuhr @ 60°C 60 49 80 1 95 100
2 Warmwasserzufuhr @ 70°C 70 49 80 1 95 100
4 Fußbodenheizung
Niedertemperatur- Heizungssysteme
40 20 70 2.5 100 100
60 25
5 Hochtemperatur- Heizungssysteme 60 25 80 1 100 100
80 10


Unabhängige Testergebnisse

Langfristige Funktionssicherheit und Chlorbeständigkeit
Der ASTM F2023-Testbericht für die PB-1-Güteklasse Akoalit PB 4267 zeigt eine extrapolierte Lebensdauer von 50 Jahren bei einer kontinuierlichen Temperatur von 60°C  download

Beurteilung einer Polybutylen-Rohrinstallation nach 18 Betriebsjahren
Rohrinstallation nach 18 Betriebsjahren 2013 auf der Antec vorgestellt – unabhängige Studie (Beurteilung vor Ort und Labortests) des Zustands eines Polybutylen (PB)-Leitungssystems in einer Mehrfamilienapartmentanlage.  download
 


Akustische Eigenschaften

Die mechanischen Geräusche, die bei den Heiz- und Kühlzyklen von Heizungsrohrsystemen aus Metall auftreten, entfallen bei der Verwendung von Kunststoffrohrleitungssystemen nahezu vollständig. Kunststoffrohre reduzieren und dämpfen die Übertragung von mechanischen Geräuschen und „Druckschlag“-Auswirkungen.
 

Der niedrige Elastizitätsmodul von PB-1 ergibt zusammen mit der verringerten Wanddicke einen niedrigen Druckstoß für einen vorgegebenen Außendurch-messer des Rohrs und für die Druckauslegung.

Mechanische Geräusche

Für die Schallleitung durch Feststoffe sind die Schallisolierung und -dämpfung des Materials wichtige Kriterien, und dies richtet sich nach der Dichte und Elastizität des Materials.

Die akustischen Eigenschaften von Kunststoffen, die für große Temperatur- und Frequenzbereiche eingesetzt werden, werden normalerweise durch die Glasübergangstemperatur des jeweiligen Kunststoffmaterials bestimmt.

Bei Temperaturen über der Glasübergangstemperatur, Tg, wird die Schallgeschwindigkeit stark reduziert und die Schalldämpfung deutlich erhöht. Die Tg von Polybuten-1-Homopolymeren liegt bei -18 °C. Die typische Betriebstemperatur einer Heizungs- oder Trinkwasserinstallation liegt weit über dieser Tg, sodass die Geräuschübertragung bedeutend reduziert wird. Bei Metallen wie Kupfer gibt es keinen Glasübergang, daher bleibt die Geräuschübertragung hoch, auch bei Temperaturen nahe dem Schmelzpunkt des Materials.

Es lässt sich generell beobachten, dass, bei höherer die Dichte eines Materials auch seine Schallgeschwindigkeit höher ist. Die unten in der Tabelle angegebenen Daten zeigen diesen Zusammenhang für eine Auswahl von gängigen Leitungsmaterialien deutlich.
 

Schallgeschwindigkeit von Materialien
  Dichte (g/cm3) Elastizitätsmodul (MPa) Schallgeschwindigkeit (m/s)
Weichgummi 0.90 90 320
PB-1 0.93 350 620
PE-X 0.95 600 800
CPVC 1.56 3,500 2,350
Kupfer 7.2 110,000 3,900

Es zeigt sich, dass die Ausführung der Installation für den leisen Betrieb des Leitungssystems sehr wichtig ist. Um optimale Ergebnisse zu erzielen, sollte die Auswahl der Werkstoffe für Rohrleitungen und Armaturen sowie der optimale Aufbau des Rohrleitungssystems relativ zur Gebäudestruktur hinreichend berücksichtigt werden.
 

Druckschlag

Eine Säule mit bewegtem Wasser innerhalb einer Rohrleitung enthält gespeicherte kinetische Energie, die aus der Masse und der Geschwindigkeit entsteht. Da Wasser grundsätzlich inkompressibel ist, kann diese Energie nicht absorbiert werden, wenn ein Ventil plötzlich geschlossen wird. Das Ergebnis ist ein hoher unmittelbarer Druckanstieg, der normalerweise als „Druckschlag“ bezeichnet wird.

Fünf Faktoren bestimmen den Grad des Druckschlags

  • Geschwindigkeit
  • Elastizitätsmodul des Rohrmaterials
  • Innendurchmesser des Rohrs
  • Wanddicke des Rohrs
  • Schließzeit des Ventils

Die maximalen Druckstöße, die durch den Druckschlag verursacht werden, können mithilfe der folgenden Gleichung berechnet werden, die aus dem „Handbook of Thermoplastic Piping System Design“ von Thomas Sixsmith und Reinhard Hanselka, Marcel Dekker Inc., S. 65–69, stammt.

Ps = V((3960 E t)/(E t + 3 x 105 DI))½
hierbei gilt::
Ps = Druckstoß (bar) (psi)
V = Wassergeschwindigkeit (m/Sek.)
DI = Innendurchmesser des Rohrs (mm)
E = Elastizitätsmodul des Rohrmaterials (bar) (psi)
t = Rohrwanddicke (mm)

Der niedrige Elastizitätsmodul von Polybuten-1 erhöht zusammen mit der verringerten Wanddicke einen niedrigen Druckstoß für einen vorgegebenen Außendurchmesser des Rohrs und für die Druckauslegung. In der untenstehenden Tabelle wird der Druckstoß für Rohre aus verschiedenen Kunststoffmaterialien mit einem Außendurchmesser von 38,1 mm (1 1/2"), die für den gleichen Druckbetrieb entwickelt wurden, verglichen.
 

  E E DI t V Ps Ps
  bar [psi] [MPa] [mm] [mm] [m/Sek] [psi] [bar]
PB-1 65000 450 32.5 (1.28") 3.8 (0.15") 5.0 49.5 3.4
PE-X 87000 600 28.9 (1.14") 5.6 (0.22") 5.0 72.4 5.0
PP 116000 800 26.7 (1.05") 6.6 (0.26") 5.0 93.0 6.4
CPVC 507000 3500 30.9 (1.22") 4.6 (0.18") 5.0 140.6 9.7

Sauerstoffundurchlässigkeit

Die Korrosion von Metallen und Metallteilen in Installationen für die Wärme- und Wasserversorgung tritt durch freien Sauerstoff im Wasser auf. Sauerstoff ist in jedem System fast immer vorhanden, da er an vielen Stellen eindringen kann, so etwa durch offene Ausgleichsbehälter, Ventile, Schraubverbindungen und Pumpen sowie durch gasdurchlässige Materialien.

In geschlossenen Heizanlagen, durch die nicht ständig warmes Wasser fließt, wird das Korrosionsvorkommen durch die Minimierung von Sauerstoffeintritt durch die Rohrwand deutlich reduziert. Aus diesem Grund wurden sauerstoffdichte Polybuten-1-Sperrschichtrohrleitungen entwickelt.

Sperrschichtrohre bestehen aus 3 oder 5 konzentrischen co-extrudierten Schichten, die zu einer integrierten Rohrwandung kombiniert sind. Im 3-lagigen Aufbau besteht die innere Schicht aus Polybuten-1 und die äußere Schicht aus Ethylen-Vinylalkohol Copolymer (EVOH). Die Mittelschicht besteht aus einem Haftvermittler, der die innere und äußere Schicht zu einer integralen Struktur verbindet.

Für geschlossene Heizkreisläufen wurden PB-1 Sperrschichtrohre entwickelt um das Eindringen von Sauerstoff durch die Rohrwandung zu minimieren.

EVOH ist ein sauerstoffsperrendes Material, das eine extrem niedrige Sauerstoffdiffusion aufweist. Zur weiteren Verbesserung der Sauerstoffsperrwirkung wurde ein 5-Schichtaufbau entwickelt. In diesem Fall bestehen die innere und äußere Schicht aus PB-1 und die Mittelschicht aus EVOH. Auf beiden Seiten der EVOH Lage sind haftvermittelnde Kleberschichten angeordnet. Der Vorteil der 5-Schicht Struktur ist ein besserer Schutz der EVOH Schicht gegen physikalische und Umgebungseinflüsse, sodass eine überlegene Sauerstoffsperrwirkung erreicht wird.

Für geschlossene Heizkreisläufen wurden PB-1 Sperrschichtrohre entwickelt um das Eindringen von Sauerstoff durch die Rohrwandung zu minimieren.
 


Legionellen

Legionellen sind Bakterien, die gelegentlich auf natürliche Art und Weise in Wasserverteilungsnetzen vorkommen und eine potenzielle Gefahr für die Nutzer dieser Installationen darstellen.

Die Faktoren, die bekämpft werden müssen, um die Reproduktion dieser Bakterien in Rohrleitungssystemen in Gebäuden zu verhindern, sind deren Reproduktionstemperatur und die Bildung eines Biofilms als Substrat für die Ernährung und Kolonialisierung der Bakterien.

Die Reproduktionstemperatur von Legionellen liegt zwischen 20 und 50 °C, also müssen Wassertemperaturen innerhalb dieses Bereichs vermieden werden. Andererseits wird die Bildung eines Biofilms durch die Ansammlung von stehendem Wasser, die Temperatur innerhalb des oben erwähnten Bereichs, die Rauheit der Rohrleitung und die mögliche Korrosion des Metalls begünstigt.

Die Reproduktionstemperatur von Legionellen liegt zwischen 20 und 50 °C, also müssen Wassertemperaturen innerhalb dieses Bereichs vermieden werden.

Die Vernichtungstemperatur von Legionellen wird bei 70 °C erreicht und deswegen ist es erforderlich, dass die Flüssigkeit bei thermischen Desinfektionsbehandlungen auf diese Temperatur erhitzt wird.

Die internationalen Produktionsstandards erwägen diese Betriebstemperatur für diese Anwendung, wobei Klasse 2 als zutreffend definiert ist. Die beste Materialwahl für dieses Problem ist Polybuten-1 und mit einer guten Konstruktionsweise und entsprechender Wartung der Installation können Legionellenprobleme vermieden werden. PB-Rohrleitungen sind aufgrund ihrer geringer Rauheit, der ausbleibenden Metallkorrosion und ihrer optimalen Festigkeit bei 70 °C (Vernichtungstemperatur der Bakterien) ideal für das Verhindern von Legionellenproblemen geeignet. Sie sind außerdem gemäß Tests, die vom Hersteller des Rohmaterials, LyondellBasell, in unabhängigen Laboren durchgeführt wurden, für jährliche chemische Desinfektionsbehandlungen (30 ppm Cl bei 30 °C, 6 Bar und für 2 Stunden) geeignet.

 


Oxidationsmittel

Polybuten ist, wie andere Polyolefine, mit wenigen Ausnahmen sehr beständig gegen Lösungsmittel und chemische Produkte. PB-1 kann jedoch von unpolaren biologischen Lösungsmitteln wie z. B. Benzol, Toluol, Kohlenstoffchlorid etc. angegriffen werden. Weitere Informationen erhalten Sie von Ihrem Lieferanten des PB-1-Rohrleitungssystems. Chlor ist ein starkes Oxidationsmittel für Polybutylen und andere Polyolefine. Die prozentualen Anteile, die in Trinkwassernetzen gefunden werden (< 1 ppm), sind genauso unschädlich wie die jährlichen Behandlungen, um das Auftreten von Legionellenbakterien zu verhindern.

Die UV-Strahlen des Sonnenlichts können den Verfall des Materials verursachen oder beschleunigen. Das Produkt muss sowohl während der Lagerung als auch während des letztendlichen Gebrauchs von direktem Sonnenlicht abgeschirmt werden. Falls es im Freien verwendet wird, sollte es zum Schutz ummantelt oder lackiert werden. Wenn es lackiert wird, ist es besser, Emulsionslacke (wasserbasiert) zum Lackieren von Polybutylen zu verwenden. Ölbasierte Lacke können mit einer Grundierung verwendet werden. Verwenden Sie keine zellulosebasierte Lacke, Abbeizmittel oder Lösemittel. Stellen Sie vor dem Lackieren sicher, dass die Oberflächen sauber, trocken und frei von Fett sind.

 


Kryogenes Verhalten

PB-1 ist ein hervorragend geeignetes Material für Kühlung und Klimatisierung.

Polybuten-1 ist ein Material, das sich hervorragend für Kühlung und Klimatisierung eignet. Es hält seine Flexibilität bei Temperaturen unter Null besser aufrecht als andere Materialien und hält verschiedenen Glykolen stand, die als Frostschutzmittel verwendet werden. Die in unseren Laboren durchgeführten Tests weisen auf optimales Verhalten und Festigkeit unter diesen Bedingungen hin. Die Glasübergangstemperatur beträgt -16 °C; Drucktests wurden bei Temperaturen von bis zu -40 °C durchgeführt. Seine Flexibilität bedeutet, dass es dem Gefrieren von befördertem Wasser ohne Brüche standhalten kann, anders als starrere Materialien, die im Falle von Frost brechen.


 


 

Polybuten-1 wird häufig auch als Polybuten, PB, PB-1 oder Polybutylen bezeichnet.

Die PBPSA-Mitglieder verkaufen Polybuten-1 nicht für Rohrleitungsanwendungen, die für den Gebrauch in Nordamerika vorgesehen sind, und den Kunden und Händlern dieser Parteien ist es untersagt, aus PB-1 hergestellte Produkte für den Gebrauch in Rohrleitungsanwendungen für Nordamerika zu verkaufen.