Rohmaterial Polybuten-1

Entflammbarkeit und Brandverhalten

Wie die meisten anderen in der Fertigungs- und Bauindustrie eingesetzten organischen Polymere und Werkstoffe kann Polybuten-1 brennen. Es ist jedoch nicht leicht zu entzünden und wird als brennbar, aber nicht als feuergefährlich bezeichnet.

Wenn ein für Rohranwendungen geeigneter Werkstoff aus Polybuten-1 an der Luft aufgeheizt wird, tritt der Schmelzpunkt bei rund 125°C ein und die Zersetzung beginnt bei rund 300°C unter Freisetzung flüchtiger Kohlenwasserstoffe von geringerem Molekulargewicht. Eine Flamme oder Strahlenheizquelle kann zur Entzündung führen. Sobald eine Entzündung auftritt und eine zur Fortsetzung der Zersetzung ausreichende Hitze vorhanden ist, vorausgesetzt es ist ausreichender Sauerstoff vorhanden, wird der Brennvorgang selbst bei Entfernung der Zündquelle andauern. Der Brennvorgang wird von der Freisetzung von heißbrennenden, schmelzflüssigen Polymertropfen begleitet, die wiederum anderes brennbares Material entzünden könnten.

Diese Anmerkungen können nur allgemeiner Art sein, da die Bedingungen in echten Situation nie vollständig vorhersagbar sind. Sie hängen von vielen Faktoren ab, wie z.B. Ort, Sauerstoffverfügbarkeit und das Vorhandensein anderer brennbarer Materialien. Wie viele andere organische Stoffe, wie z.B. Holz, Papier und Zellulose, gibt Polybuten-1 während des Brennens Kohlendioxid und Wasser als Hauptzerfallsprodukte zusammen mit Kohlenmonoxid und Kohlenstoff (Ruß) ab sowie einer Anzahl weiterer Zerfalls- und Oxidationsprodukte in äußerst geringer Konzentration. Zu diesen können geringe Mengen gewisser schädlicher Aldehyde, wie z.B. Formaldehyd und Acrylaldehyd, gehören. Bei diesen Aldehyden handelt es sich um Reiz- und Tränenreizstoffe, weshalb der Rauch möglicherweise Reizungen verursachen kann.

Da es sich um ein Polyolefin handelt, ähneln die Entflammbarkeits- und Brenneigenschaften von Polybuten-1 denen von Polyethylen- und Polypropylenwerkstoffen.

Leistung im Vergleich zu Brandschutznormen und -standards
Im Rahmen einer von der Springborn Laboratories Inc., einem privaten Prüfkonzern mit Sitz in Enfield im US-Staat Connecticut, durchgeführten Bewertung wurde festgestellt, dass Proben von Basells Polybuten-1-Harz den Anforderungen der Underwriters Laboratories laut Test UL94 HB klassifiziertes Material entsprechen.

Polybutene-1 wird in den Empfehlungen des VKF (Schweizer Vereinigung Kantonaler Feuerversichungen) der Klasse IV.2 (normal flammbar) zugeordnet.

Nach DIN 4102-1 sind Polybuten-1 Rohre der Wandstärken 2 - 14 mm der Brandschutzklasse B2 zuzuordnen. Falls Brandschutzmaßnahmen für Rohre in Wand- und Deckendurchführungen erforderlich sind, dann sind ausschließlich zulässige Brandschutzisolierungen (z.B. Rockwool) zu verwenden.

Der L01-Wert für Polybuten-1 beträgt 17,5.

Der Einsatz von Rohren und Formteilen aus Polybuten-1 in Wasserrohranwendungen ist in den meisten Ländern laut der jeweiligen Bauordnung gestattet.